Das
Anliegen des Wiener Sounddesigners Ing. Adolf P. Toegel
war es, den etwa 35.000 Besuchern auf dem Rathausplatz
in Wien eine möglichst naturgetreue Übertragung der Symphoniker
zu bieten, sie aber gleichzeitig mit Hilfe einer Art Surround-Beschallung
in ein Konzerthaus zu entführen. Um dieses Konzept zu
verwirklichen, wurde von der deutschen Beschallungsfirma
das CoEntrant-System von Renkus-Heinz eingesetzt.
Für die Umsetzung des Sounddesigns waren Frank Benning
und Thorsten Fischer von der Sound Company verantwortlich.
Sie wählten als Hauptbeschallungsanlage in den PA-Wings
links und rechts jeweils drei CE-3TMH und drei CE-3TLOWals
komplett geflogenes Triamped-Longthrow-System.In der Bühnenmitte
wurde ein Center-Cluster installiert, der aus zwei CE-3TMH
und zwei CE-3TLOW bestand. In den Bühnenbogen wurden neben
dem Center-Cluster noch weitere zwölf CE-3T-Combis gehängt,
um den Nahbereich des Platzes abzudecken und eine Delta-Stereophonie
zu ermöglichen. Den Tieftonbereichergänzten zwölf C-2-Subbässe
unter der Bühne. Als Frontfill waren sechs SR-1A in die
Bühnenvorderkante eingelassen. Die Sidefills für die äußeren
Platzbereiche standen in den PA-Wings seitlich der Vidi-Wall.
Alle Systeme wurden einzeln über die Matrix und Auxwege
der XL200-FOH-Konsole angefahren. |
Zusätzlich
zur Hauptbeschallung kamen noch zwei Delay-Lines zum
Einsatz; für das Monitoring auf der Bühne standen sechs
MR-5-A-Wedges zur Verfügung.
Raumsimulation
im
Open-Air-Einsatz
Einen besonderen Stellenwert im Beschallungskonzept
hatte das Lexicon LARES (Lexicon Acoustic Reinforcement
and Enhancement System), das eine komplette Raumsimulation
auf dem Platz und auf der Bühne ermöglichte. Das LARES
wurde bei der Veranstaltung eigentlich zweckentfremdet,
da es nicht darum ging, einen vorhandenen Raum akustisch
zu optimieren, sondern einen Konzertsaal in der Open-Air-Situation
zu simulieren. Übertragen wurde LARES über acht im Bühnendach
geflogene TRC-121 und sechzehn auf dem Platz positionierte
SR-121D samt acht LR-1 A-Subwoofern. Als Speisemikrofone
kamen zwei Schoeps-Modelle zum Einsatz, die im Bühnendach
als Überhänger geflogen wurden. Am FOH-Platz liefen
alle Signale des Orchesters auf zwei Midas-XL3-Pulten
zusammen. Das Orchester wurde für die Fernsehübertragung
hauptsächlich mit Schoeps-Mikrofonen abgenommen, die
auch gleichzeitig für die Live-Beschallung genutzt wurden.
Als Master-Konsole wurde ein Midas XL200/44 eingesetzt.
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Dieses
Pult war mit den beiden XL3, auf denen ein Pre-Mix des
Orchesters erstellt wurde, über die Group-Busse vernetzt.
Neben dem zehnkanaligen Pre-Mix lagen auf dem XL200 noch
die Solo-Mikrofone, diverse Wireless-Anlagen, die Fernseh-
und Videozuspielungen sowie verschiedene Effekt-Returns
auf. Zwölf Kanäle belegte schließlich das LARES-System,
wodurch eine getrennte Regelung der Effektanteile auf
der PA, der Bühne und dem
Platz realisiert werden konnte.
Alle
Lautsprechersysteme wurden über die Matrix , die Aux-Wege
und die Direct-Outs des XL200 gespeist. Durch diese Signaltrennung
bei der Lautsprecheransteuerung ergab sich die Möglichkeit,
das vierkanalige Effektsignal des LARES räumlich getrennt
auf beliebige Cluster zu routen. Neben den drei Midas-Pulten
kamen Lexicon-Effekte, DBX-Kompressoren für die Stimmen,
BSS-VariCurves für die PA und die Delay-Lines sowie Grafik-EQs
von Klark Teknik für die Matrix-Ausgänge zum Einsatz.
Mit insgesamt 116 prozessorüberwachten Lautsprechersystemen
und 70 Leistungsverstärkern mit einer Gesamtleistung von
118.000 Watt wurde in Wien ein Beschallungskonzept umgesetzt,
das dem Anspruch eines Konzertsaales unter freiem Himmel
gerecht wird.
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